Kurze Zeit nach Gründung unserer Gruppe Anfang 1992 wurde deutlich, daß mit dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch zwar die Betroffenheit der Eltern behinderter Kinder angegangen werden kann, den behinderten Kindern aber damit nur mittelbar geholfen wird.

Immer wieder wurde deutlich, daß die medizinischen und krankentherapeutischen Möglichkeiten in Bezug auf unsere Kinder zwar überwiegend wahrgenommen werden und auch viele Hilfestellungen bringen, therapeutische Modelle, die den Kindern daneben aber auch Spaß und Freude bereiten nur in sehr begrenztem Umfang bestehen. Im therapeutischen Bereich geht es zumeist um Krankengymnastik – hauptsächlich nach Voijta oder Bobath – die von Kindern wie Eltern als Pflichtaufgabe gesehen werden.

Auf der Suche nach alternativen Möglichkeiten für Therapien, die den Kindern Freude bereiten und vielleicht auch gerade deswegen helfen wurde zunächst die Reittherapie entdeckt. Später kamen weitere Therapieformen hinzu, die nun mit wachsendem Erfolg und größer werdender Teilnehmerzahl angenommen werden.

Gegenwärtig finden folgende Therapien statt:


Gestalttherapie:

 

Gestalttherapie ist eine Form der Psychotherapie, die von Besems / Van Vugt entwickelt wurde und seit 1976 praktiziert wird.

Seit Juni 1996 bieten wir diese Therapie unseren Mitgliedern an.

Die Therapie geht von vom Menschenbild der Einheit von Körper, Seele und Geist aus und eignet sich grundsätzlich für alle behinderten Menschen, unabhängig von Alter oder Behinderungsgrad.

Durch negative Erfahrungen – Krankenhausaufenthalte, psychische Belastungen der Familie, Medikamente etc. – und wenig positive Rückmeldungen von Seiten der Gesellschaft haben viele Menschen mit Behinderungen Probleme im Ausdrücken ihrer Gefühle.

Nicht selten zeigen sie Stimmungsschwankungen, ziehen sich zurück oder entwickeln aggresive oder autoaggressive Verhaltensweisen.

In der Gestalttherapie werden Körper- und Bewegungsübungen angeboten, die bestimmte emotionale Situationen der "normalen" kindlichen Entwicklung symbolisieren.

Im "Nachholen" des vielleicht Versäumten können insbesondere die Kinder neue Fähigkeiten im Umgang mit sich und anderen Menschen entwickeln.

Ansprechpartnerin: Walbuga Westenberger, tel: 0851 / 7 560 566

 

Arbeit am Tonfeld:

Wege, zum Selbst zu finden, Verschüttetes hervorzuholen, Verletzungen zu heilen gibt es inzwischen viele: Es gibt den Weg über die Sprache in der herkömmlichen Gesprächstherapie, es gibt verschiedene Wege über den Körper – in bewährten und zahlreichen neuen Formen der Körpertherapie – und es gibt den Weg über die Kunst- und Gestaltungstherapie. Im pädagogischen Einsatz hilft die Tonfeldarbeit Menschen ihr "Feld" zu finden; im therapeutischen Einsatz gibt es Hinweise darüber, was sich tun läßt, um Behinderungen abzubauen. Dazu dient die von Professor Heinz Deuser gelehrte "Arbeit am Tonfeld" (keine musische Therapie sondern Arbeit mit dem Werkstoff Ton), eine Methode zur Begegnung mit dem Unbewußten.

Ansprechpartnerin: Margarete Rauecker, Tel: 08591 / 518;
Rosi Krell, Tel 0851 / 34147

 

Musiktherapie:

Jeder Altersstufe, vom Säugling / Kleinkind über das Vorschulalter bis zum Schulkind und dem Jugendlichen lassen sich musikalische Elemente zuordnen: Die Wirkung einer schlichten Melodie, einer volltönenden Harmonie, eines lebendigen Rhythmus, verschiedener Formen und einer ausgewogenen Dynamik führen zu einem Ausgleich gestörter Formen und einer Harmonisierung des "Leib–Seele–Geist-Akkords: - zur Ordnung. In der Musiktherapie werden nun auch die musikalischen Elemente gezielt therapeutisch eingesetzt wie die Instrumente. So können sie sich gegenseitig verstärken, ergänzen oder auch abschwächen.

Unsere Erfahrung: die Begeisterung, mit der gerade behinderte Kinder diese Form der Öffnung aufnehmen bringt viel Entspanntheit und vermittelt Lebensfreude.

Ansprechpartner: Erika Schmidhuber – Schedina, Tel: 08507 / 234

 

Reittherapie / Hippotherapie:

Im Rahmen der Reittherapie soll behinderten Kindern im Umgang mit den speziell hierfür ausgebildeten Pferden die Einheit zwischen Mensch und Tier verdeutlicht werden. Diese Verbindung wirkt stimulierend – Ängste werden abgebaut, Schulung der Koordination , Muskelkräftigung, ergänzend zur Krankengymnastik - und entspannend auf die behinderten Kinder, die diese Therapie wahrnehmen.

Ansprechpartnerin: Inge Sommer, Tel: 08586 / 2072

 

Sportgruppe:

Seit 1998 finden sich regelmäßig einmal wöchentlich behinderte und nichtbehinderte Kinder zu einer Sportgruppe zusammen. Ziel dieser "Therapie" ist die Ausgleichung behinderungsbedingter Störungen von Bewegungsabläufen. Hierzu werden bsp. verschiedene Turnabläufe oder Übungskonstellationen von den Eltern unter Mitarbeit einer Therapeutin aufgebaut, die dann als "Parcour" von den Kindern absolviert werden. Gerade das Zusammenspiel behinderter und nichtbehinderter Kinder zeigt, wie positiv beide im turnerischen Umgang voneinander profitieren.

Ansprechpartner: Dr. Achim Eder, Tel: 08507 / 922080

 

Leibarbeit:

Auch bei der von Frau Krell für uns angebotene Leibarbeit handelt es sich um eine ganzheitlich ausgerichtete Therapie.
Einen Kurbericht hierzu werden wir demnächt erstellen.

Ansprechpartner: Rosi Krell, Tel: 0851 / 34147